Aktueller Stand des Rechts der Sterbehilfe aus Sicht der Schweiz

Buch Zwischen Schutz und Selbstbestimmung
Buchbeitrag von Prof. Dr. Bijan Fateh-Moghadam

Aktueller Stand des Rechts der Sterbehilfe aus Sicht der Schweiz

In den internationalen Medien ist die Schweiz im letzten Jahr durch die Berichte über den Einsatz der Suizidkapsel «Sarco» aufgefallen. Aufgrund ihres futuristischen Designs erinnert sie eher an ein Tesla-Model als an ein Mittel der Sterbehilfe. Die Kapsel der Sterbehilfe-organisation «The Last Resort» wurde am 23. September 2024 in einem Waldstück im Kanton Schaffhausen erstmals mit Todesfolge eingesetzt. Der Vorgang wurde auf Video aufgezeichnet und von Mitarbeitenden der Sterbehilfeorganisation sowie einem niederländischen Journalisten begleitet. Noch am selben Tag wurden mehrere Personen festgenommen und Strafverfahren wegen «Beihilfe zum Selbstmord» (Art. 115 StGB3) eingeleitet. Einer der Beteiligten, der Co-Präsident der Sterbehilfeorganisation «The Last Resort», wurde in Untersuchungshaft genommen und erst nach 70 Tagen entlassen. Das repressive Vorgehen der Schaffhauser Strafverfolgungsbehörden in einem Suizidbeihilfe-Fall dürfte aussenstehende Beobachter und Beobachterinnen überrascht haben, da die Sterbehilfe in der Schweiz vor allem mit dem Adjektiv «liberal» verbunden wird. Obwohl das Bild der liberalen Schweiz nicht falsch ist, bedarf es jedoch einer differenzierten Betrachtung.

Die Printausgabe des Buches "Zwischen Schutz und Selbstbestimmung", herausgegeben von Carina Dorneck, Kim Philip Linoh, Henning Lorenz und Felicia Steffen kann über diesen Link bestellt werden.


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26.03.2026 ¦ Aufnahme in die philosophisch-historische Klasse der ÖAW

Bijan Fateh-Moghadam wurde in die Österreichische Akademie der Wissenschaften gewählt

Die ÖAW hat im März 2026 insgesamt 46 neue Mitglieder gewählt, die sich durch herausragende wissenschaftliche Leistungen auszeichnen.
Unter den neu gewählten korrespondierenden Mitgliedern im Ausland befindet sich auch Prof. Dr. Bijan Fateh-Moghadam von der Juristischen Fakultät der Universität Basel. Er forscht in den Bereichen Rechtsphilosophie, Rechtssoziologie sowie Medizin- und Strafrecht und wurde in die philosophisch-historische Klasse der ÖAW aufgenommen.

Die Wahl erfolgt im Rahmen eines mehrstufigen Verfahrens und gilt als bedeutende Auszeichnung innerhalb der internationalen Wissenschaftsgemeinschaft. Die neu aufgenommenen Mitglieder repräsentieren ein breites Spektrum an Disziplinen und tragen zur weiteren Stärkung der interdisziplinären Forschung in der ÖAW bei.










Buchtitel Habilschrift
Monographie von Prof. Dr. Bijan Fateh-Moghadam

Die religiös-weltanschauliche Neutralität des Strafrechts

Zur strafrechtlichen Beobachtung religiöser Pluralität.

Die spezifischen Bedingungen religiös-weltanschaulicher Pluralität zu Beginn des 21. Jahrhunderts stellen die Strafrechtswissenschaft vor neue Herausforderungen. In seiner grundlagenorientierten Neubestimmung des Verhältnisses von Strafrecht und Religion entwickelt Bijan Fateh-Moghadam die religiös-weltanschauliche Neutralität als einen Grundlagenbegriff des Strafrechts. Im Wege einer am Neutralitätsgrundsatz ausgerichteten Rekonstruktion der Diskussionen über den materiellen Verbrechensbegriff, den Zweck der Strafe und die Anerkennung von religiösen Rechtfertigungs- und Entschuldigungsgründen werden dabei die Konturen eines allgemeinen Teils des Religionsstrafrechts sichtbar. Darauf aufbauend kann das Strafrecht konkrete Folgeprobleme religiöser Pluralisierung wie die strafrechtliche Bewertung der Knabenbeschneidung, die Legitimität von »Burka-Verboten« oder die Reichweite von Geistlichenprivilegien im Strafverfahren theoretisch kontrolliert lösen, ohne sich selbst religiös-weltanschaulich zu positionieren.

Folgende Rezensionen sind bislang erschienen:
In: Goltdammer's Archiv für Strafrecht - 2019, 770–773 (Klaus Ferdinand Gärditz)
In: Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), 6. März 2020, 12 (Michael Pawlik)
In: Zeitschr.f.d.ges.Strafrechtswiss. (ZStW) 132 (2020), 441–452 (Ulfrid Neumann)
In: Rechtswissenschaft (RW), Volume 11 (2020), Issue 4, 487-495 (Tatjana Hörnle)
In: http://jusletter.weblaw.ch (4/2021) (Simon Schädler)

Das Buch kann hier bestellt werden - AB SOFORT OPEN ACCESS VERFÜGBAR!








Stellungnahme zu Motion
Working Paper der Professur für Grundlagen des Rechts und Life Sciences-Recht ¦ Juristische Fakultät ¦ Universität Basel

Soll die Triage-Entscheidung auf Gesetzesstufe geregelt sein?

Bijan Fateh-Moghadam nimmt in einem Working Paper Stellung zur Motion 22.3246 von Graf Maya betreffend einer Rechtsgrundlage für Triage-Entscheidungen beim Zugang zu intensivmedizinischen Behandlungen, insbesondere Sicherstellung, dass Menschen mit Behinderung nicht diskriminiert werden.

Die Motion sowie die Stellungnahmen finden Sie nachfolgend.










Workshop: Fortpflanzungsmedizin für alle?
27. - 28.01.2022 | Digitaler Workshop zum Fortpflanzungsmedizingesetz (FMedG)

Workshop: Fortpflanzungsmedizin für alle?

Das Zentrum für Life Sciences-Recht der Juristischen Fakultät der Universität Basel veranstaltet in Kooperation mit dem Forschungsschwerpunkt "Human Reproduction Reloaded" der Universität Zürich einen digitalen Workshop, in dem die Eckpunkte eines modernisierten FMedG erörtert und dem interessierten Fachpublikum präsentiert werden.
Der erste Teil geht der Frage nach, ob an den im geltenden FMedG verankerten Zugangs-beschränkungen zur Fortpflanzungsmedizin wie etwa der Beschränkung auf verschieden geschlechtliche Paare festgehalten werden soll oder ob es gute Gründe dafür gibt, diese Beschränkungen aufzuheben. Der zweite Teil des Workshops widmet sich der Frage nach der Legitimation zahlreicher strafbewehrter Verbote von speziellen Reproduktionsverfahren wie etwa der Eizellenspende oder der Leihmutterschaft. Mit den neuen Möglichkeiten der Genom Editierung durch die sogenannte Genschere CRISPR gerät auch das absolute Verbot der Keimbahntherapie unter Legitimationsdruck.
Bitte beachten Sie auch die Pre-Opening Veranstaltung am 26. Januar 2022 zum Thema "Kinderwunsch ohne Grenzen?" mit der Philosophin und Journalistin Dr. Barbara Bleisch.

Nachfolgend finden Sie den Link zur Anmeldung sowie Flyer zum Download.


#iuscoronae - Tagungsband Symposium
Beitrag von Bijan Fateh-Moghadam zu den Triagerichtlinien

#iuscoronae - Tagungsband Symposium

Der Tagungsband hält die Referate des online Symposiums #iuscoronae vom 3. Mai 2021 in einer Momentaufnahme fest. Der Band präsentiert die Vielfältigkeit der an der Juristischen Fakultät der Universität Basel geleisteten Forschungsarbeit. Die Beiträge beleuchten dabei die Rechtslage in der Krise aus unterschiedlicher Perspektive: Während aus straf-, sozial- und selbstverständlich aus staatsrechtlicher Sicht zahlreiche verfassungsrechtliche Fragestellungen diskutiert werden, werden auch Grundsatzfragen des Vertragsrechts sowie zum interdisziplinären Diskurs besprochen.

Die 1. Auflage des Tagungsbandes, herausgegeben von Kurt Pärli und Tabea R. Weber-Fritsch, kann über den nachfolgenden Link bestellt werden.

Der Beitrag von Bijan Fateh-Moghadam auf den Seiten 79-100 befasst sich mit dem Thema "Triagerichtlinien: Übersetzungsprobleme zwischen Medizin, Ethik, Ökonomie und Recht" und kann über die Volltextversion heruntergeladen werden.





























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